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Indien



Chattisgarh


Indiens Dörnröschenland

Neuer Staat mit uralten Traditionen: Bis 1999 war Chhattisgarh Teil des großen indischen Flächenstaates Madhya Pradesh und hatte kaum Chancen, seine vielfältigen touristischen Möglichkeiten zu entwickeln, geschweige denn zu präsentieren. Seit dem Jahr 2000 herrscht überall in dem von Raipur aus verwalteten neuen zentralindischen Bundesstaat Aufbruchstimmung. Gute Überlandstraßen machen den Weg frei zur Entdeckung von Kulturstätten und Naturwundern, die den Vergleich mit den weltweit berühmten großen Namen auf dem indischen Reiseatlas standhalten. Ein COMTOUR-Team hat vor Ort eine dreizehntägige Entdeckerreise zu den interessanten Plätzen dieses indischen Dornröschenlandes entwickelt.

 

 

 

 


Impressionen aus Chhattisgarh. Fotos: Jakub Studnar







 

1. Tag: Fahrt von Raipur nach Sirpur, ca. 80 Kilometer entfernt. Hier wurden erst in jüngster Zeit sensationelle Funde gemacht, die aus der Zeit stammen, als der Ort zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert nach Christus ein Zentrum der buddhistischen Kultur war. Archäologen vermuten, dass neben den beiden Mönchsklöstern und verschiedenen kleinen Tempeln, die 2003 ausgegraben wurden, noch rund 60 weitere Hügel ringsum eine genauere Untersuchung lohnen würden. Nach der Besichtigung Weiterfahrt zum Barnawapara Wildlife Sanctuary. Übernachtung.

2. Tag: Morgens und Abends Pirschfahrten durch das mit 245 Quadratkilometern vergleichsweise kleine Schutzgebiet. Die üppige Vegetation bietet jedoch Deckung für große Vielfalt und Vielzahl von Tieren, darunter Leoparden, Tiger, Bären, Schakale, Hyänen, Wildhunde und deren Beutetiere wie Rotwild, Antilopen und Stachelschweine dazu rund 150 Vogelarten. Die Besucher haben hier die seltene Gelegenheit bei Nachtfahrten (bis 20 Uhr, also ca. zwei Stunden nach Sonnenuntergang) Tiere zu beobachten.

3. Tag: Morgens und abends Pirschfahrten.

 


Kawardha Palace

4. Tag: Weiter geht es nach Kawardha, wo Sie im Palast des dortigen Maharajas wohnen. Der Palast ist heute stilvolles Hotel für anspruchsvolle Individualisten.

5. Tag: Die Familie des Maharajas pflegt sehr gute Kontakte zu den Ureinwohnern vom Volk der Baigas und vom Stamm der Gond und vermittelt Besuche in deren im Wald versteckten Dörfern. Außerdem können schöne, aber kaum bekannte Tempel besichtigt werden. Höhepunkt ist der Tempelkomplex von Bhoramdeo aus dem 11. Jahrhundert mit eindrucksvollen erotischen Statuen und Reliefs. Übernachtung.

 


Kanker Palace

6. Tag: Dank guter Straßen sind die 310 Kilometer nach Kanker in knapp sechs Stunden zu schaffen. Dort können Sie ebenfalls in einem Maharaja-Palast logieren. Die Familie von Maharajadhiraj Udai Pratap Deo hat viele soziale Hilfsprojekte für die lokale Bevölkerung gegründet.  Die Trophähen im Salon des Palasthotels zeugen davon, dass die Fürsten und ihre englischen Jagdfreunde wahre Nimrode waren. Heute machen sich ihre Nachkommen für den Natur- und Artenschutz stark.).


Royal Farm House

7. Tag: Fahrt in die Provinz Bastar, deren Bevölkerung zu drei Vierteln aus Angehörigen verschiedener Stämme besteht. Sie pflegen viele verschiedene traditionelle Formen von Kunsthandwerk: Messingarbeiten, Eisenwaren, Schnitzereien und Gegenstände aus Bambus. Gerade Bambus ist ein beliebter Werkstoff, schließlich bedeutet der Name Bastar Bambus, weil die Rohrpflanzen weite Teile der Region bedecken. Nach etwa drei Stunden erreichen sie die Provinzhauptstadt Jagdalpur, einst Residenz des Maharajas von Bastar. Hier steht Ihnen auf Wunsch das königliche Farmhaus als Quartier zur Verfügung. 


Höhlenabenteuer in der Region Bastar. Foto: Jakub Studnar

8. Tag: Tagesausflug in den Kanger Valley Nationalpark, dem ersten von der UNESCO unter Schutz gestellten Biosphären-Reservat der Welt: Riesige Bäume, spektakuläre Wasserfälle und tief in den Fels reichende Höhlen mit bizarren Stalagmiten und Stalagtiten. Höhlenwandern ist hier noch ein echtes Abenteuer, bei dem ein Führer mit Handlampe den Weg über schmale Stege ausleuchtet. Zum mittäglichen Picknick bieten die aus 80 Metern Höhe herabstürzenden Tirathgarh-Fälle ein wildromantisches Ambiente. Nachmittags Rückfahrt zum Farmhaus. Wenn Sie unterwegs über viele Kilometer hinweg festlich bunt gekleidete Menschen mit Warenkörben und Krügen auf dem Kopf sehen, die alle einer bestimmten Richtung zustreben, zögern Sie nicht, Ihnen zu folgen. Sie werden sich in einem größeren Ort wiederfinden, wo ein Wochenmarkt, genannnt Haat, stattfindet. Hierher kommen Angehörige von verschiedenen Stämmen der Umgebung, um Handel zu treiben. Neben Lebensmitteln wechseln hier auch Schmuck, Gebrauchsgegenstände und Wundermittel die Besitzer. Mit wenig appetitlichen Hahnenkämpfen und eher harmlosen Wettspielen vertreibt sich die Zeit, wer seine Einkäufe erledigt hat oder seine Waren los geworden ist. Je später der Nachmittag, desto ausgelassener wird das Treiben, hausgebrannter Schnaps und selbstgebrautes Reisbier werden aus Blätterschalen geschlürft; als Snack gibt’s ein feuriges Chutney aus roten Ameisen und Ameiseneiern. 

 

9. Tag: Vormittags Besuch auf einem zentralen Wochenmarkt, wo Sie einen guten Eindruck von der starken Kultur der Einheimischen bekommen. Nachmittags Besuch im sehr gut aufbereiteten Museum von Jagdalpur, das die Kultur der Tribals überzeugend repräsentiert. Mit etwas Glück treffen sie die Museumsleitererin, eine leidenschaftliche Völkerkundlerin, die Sitten und Gebräuche der regionalen Stämme genau erforscht hat. Ihre Diplomarbeit hat sie über das Ghokum-System beim Volk der Muriya geschrieben. Im Ghokum leben die Jungen und Mädchen des Stammes zusammen und lernen, ihre gesellschaftliche Aufgaben miteinander zu teilen und Verantwortung zu übernehmen. Im nahen Hill Mynah Zentrum wird mit bisher wenig Erfolg versucht, den akut vom Aussterben bedrohten Nationalvogel von Bastar zu züchten. Die nur in Bastar vorkommenden Hill Mynahs sind ausgezeichneter Nachahmer, sie werden überall auf der Welt als Sprechkünstler im Käfig gehalten, vermehren sich aber in Gefangenschaft nicht. 

 



Marktagtag in Bastar: Von weither kommen die Besucher zum Kaufen, Verkaufen und zum Spass. Fotos: Jakub Studnar



10. Tag: Dantewada, rund 80 Kilometer nördlich von Jagdalpur, war im Altertum unter den Namen Tarlapal und Dantawali Hauptstadt eines glorreichern Königreiches. Inschriften an verschiedenen Tempeln der Region erzählen davon. Der prächtige Tempel der Göttin Danteswari wird noch heute von Gläubigen aus ganz Indien besucht. Das Heiligtum im Stil südindischer Tempelarchitektur liegt am Zusammenfluss von Shankini und Dhankini. Es heisst, wer hierher zur Andacht komme, erlange seinen Seelenfrieden. Nur wenige Kilometer weiter finden sich im Ort Barsur am Ufer des Intrawati die Ruinen der Hauptstadt der Gangawanshi-Herrscher, deren Ursprünge bis ins Jahr 840 nach Christus zurückreichen. Einst sollen hier sage und schreibe 147 Tempel und Teiche das Landschaftsbild geprägt haben. Sehenswert sind bis heute der Mama-Bhanhha- und der Chandraditya-Tempel, sowie eine riesige monolitische Statute der Elefanten-Gotts Ganesha. Tagesziel ist heute der Chitrakote-Fall, der zu Recht als Pendant der Niagara-Fällen gilt. Von Ihrem Quartier im neuen Chitrakote-Camp aus bietet sich am Abend eine tolle aussicht auf die dramatisch angestrahlten Kaskaden der Fälle.  



Familienfoto


Bad im Wasserfall.


Grablegende im Comic-Stil. Fotos: Jakub Studnar

11. Tag: Vom Chitrakote Camp aus unternehmen Sie heute Ausflüge in die Umgebung, wobei sie am Straßenrand immer wieder auf seltsame bunte Schilder und Tafeln stoßen: Grabmahle von Stammesangehörigen: Die zum Teil comic-artigen Darstellungen erzählen vom Leben und den Träumen der Verstorbenen, zum Beispiel, dass sie gerne einen über den Durst getrunken haben oder mit einer Rakete zum Mond reisen wollten. Am Nachmittag lockt ein erfrischendes Bad im Wasserfall und am Abend werden am Lagerfeuer kulinarische Spezialitäten aufgetischt. Hotel: Chitrakote Camp.

 

 

13. Tag: Fahrt nach Raipur, Hauptstadt von Chhattisgarh. Unterwegs Abstecher nach Rajm. Auf einer winzingen Insel am Zusammenfluss von Mahanda, Payari und Sondhu markiert der Mahaedo Kusehwar Tempel einen heiligen Platz, der der Stadt einen ähnlichen Status verleiht wie Varanasi oder Puri. Hauptattraktion ist jedoch der Rajeev Lochan-Tempel mit exquisiten Steinmetzarbeiten. Besonderheit hier ist, dass der Tempeldienst von Kriegern der Rajputen-Kaste versehen wird. Nach der Besichtigung Weiterfahrt nach Raipur. Hotel: Babylon (Luxusklasse), Celebration: Mittelklasse, Mayura (Standardklasse).

14. Tag: Tagesausflug nach Sirpur, ca. 80 Kilometer entfernt. Hier wurden erst in jüngster Zeit sensationelle Funde gemacht, die aus der Zeit stammen, als der Ort zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert nach Christus ein Zentrum der Buddhistischen Kultur war. Da es in der Region kaum Gestein gibt, das sich zur Bearbeitung eignet, behalfen sich die Künstler mit einem künstlichen Werkstoff aus gebranntem Ton und Gips, aus dem dann Figuren und Muster gemeißelt wurden. Archäologen vermuten, dass neben den beiden Mönchsklöstern und verschiedenen kleinen Tempeln, die 2003 ausgegraben wurden, noch rund 60 weitere Hügel ringsum eine genauere Untersuchung lohnen würden. Ein Teil der bisher gemachten Funde können im Museum des Laxman-Tempels besichtigt, der bis dato als imposantes Bauwerk der indischen Backsteinarchitektur Hauptanziehungspunkt von Sirpur war. Inzwischen ist in Sirpur so viel zu sehen, dass Sie erst am späten Nachmittag wieder zurück nach Raipur fahren. Hotel: Babylon (Luxusklasse), Celebration: Mittelklasse, Mayura (Standardklasse).

15. Tag: Flug nach Delhi, Bombay, Nagpur oder Bhubaneshwar oder Zugfahrt nach Kalkutta.

 

 



In Sirpur wurden kürzlich bei Ausgrabungen sensationelle Funde aus buddhistischer Zeit gemacht. Fotos Jakub Studnar


Leistungen:

Rundreise wie beschrieben, Übernachtungen im Doppelzimmer mit Vollpension (in Raipur mit Frühstück), Transfers im nichtklimatisierten PKW mit Fahrer.  Örtliche Englisch sprechende Reiseleiter, Besichtigungsprogramme, Eintrittsgelder. Insolvenzsicherungsschein.

Nicht eingeschlossene Leistungen: Visagebühren für Indien, Fernflüge, innerindische Flüge, Trinkgelder, eventuelle anfallende Kameragebühren, alkoholische Getränke, Trinkgelder, persönliche Ausgaben.

 

VARATIONEN: Über die beschriebene Reise hinaus, lassen sich auch andere (kürzere oder längere) Programmvarianten verwirklichen. Die Anreise nach Raipur ist von Bombay und Delhi (per Flug) oder von Kalkutta, Hyderabad oder Vishakapatnam (per Zug) möglich.

Chattisgarh: Indiens Dornröschenland
Leistungen Preise pro Person in €. 13 Tage Individualreise ab / bis Raipur. Unterkunft in den genannten oder gleichwertigen Hotels im Doppel- oder Einzelzimmer. Deluxe-Klasse mit Vollpension (in Raipur & Chitrakote nur mit Frühstück), Mittelklasse mit Vollpension (in Jagdalpur, Chitrakote & Raipur nur mit Frühstück). Programm und Transfers wie beschrieben im klimatisierten Fahrzeug, begleitende Englisch sprechende Reiseleitung ab/ bis Raipur. Eintrittsgelder. DZ= Doppelzimmer, EZZ= Einzelzimmer-Zuschlag. Mindestteilnehmerzahl. 2 Personen
Saisonzeiten Deluxe Mittelklasse
DZ EZZ DZ EZZ
01.10.09 - 30.06.10 1.998 € 733 € 1.859 € 584 €
Achtung: Obligatorischer Aufpreis für spezielle Weihnachts- und Silvester-Feiern auf Anfrage. Flugpreise auf Anfrage


Vorgesehene Hotels zu Chattisgarh
Ort
Deluxeklasse
Mittelklasse
Barnawapara Leopard Jungle Lodge Eco Tourism Resort
Kawardha Kawardha Palace Kawardha Palace
Kanker Kanker Palace Kanker Palace
Jagdalpur Royal Farm House Naman Resorts
Chitrakote Log Huts Log Huts
Raipur Babylon Babylon