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Festival Myanmar

Phaung Daw Oo Pagoda Festival

Das Phaung Daw Oo Pagoda Festival ist das wichtigste in Staat der Shan und wird 18 Tage lang mit einer Prozession auf dem Inle See gefeiert. Es findet in jedem Jahr am Ende der Regenzeit im Monat Thadingyut statt. Das ist der siebte Monat des burmesischen Mondkalenders, für uns in den Monaten Oktober/November. Es beginnt am Tag nach Neumond und geht bis drei Tage nach Vollmond.

Ausgangspunkt ist die rund um den Inle Lake bedeutende Pagode Phaung Daw Oo in Ywama. Die Pagode liegt im See. In der Mitte des Klosters steht eine goldene Stupa, gekrönt von einem reich dekorierten Hti, einer goldene Spitze. Innen sind die Wände mit Bildern aus dem Leben Buddhas ausgemalt. Im Zentrum befindet sich auf einem Sockel ein Schrein mit den fünf hoch verehrten Buddha Statuen.

Gut 800 Jahre sollen die Figuren alt sein. Alaungsithu, im 12. Jahrhundert König von Bagan, soll die Statuen hierher gebracht haben. Er war ein sehr frommer Buddhist, reiste viel durch sein Reich und baute Forts, Bewässerungsanlagen und viele Pagoden.

Die Buddhafiguren sind nicht mehr als Buddhabild noch zu erkennen, sie gleichen heute eher unförmigen Eiern weil täglich viele Gläubige ihre Verehrung mit Blattgold bekunden. – Nur Männer dürfen die Goldfolien auf die Statuen kleben.

Für die Prozession werden vier der fünf großen Buddha Statuen aus ihrem Schrein in der Phaung Daw Oo Pagode in Ywama geholt und in Schreine in einem goldenen Pavillion auf der Königlichen Karaweik Barke gestellt. Den Bug des Schiffes ziert ein riesiger vergoldeter Karweik-Vogel, das Wappentier der burmesischen Könige, dessen Schwanz das Heck schmückt.

Langboote mit einer Besatzung von bis zu 100 Ein-Bein-Ruderern in farbenfroher Kleidung schleppen das Prachtboot über den Inle See von Dorf zu Dorf.
Die Königliche Barke stoppt an mehr als 20 Stationen. 14 mal werden die Statuen in einer feierlichen Prozession für mindestens eine Nacht in ein nahe gelegenes Kloster gebracht.



Die Prozession auf dem Wasser hat eine lange Tradition.
Seit 1966 gibt es aber eine kleine Änderung: Die fünfte und kleinste Statue bleibt im Schrein der Phaung Daw Oo Pagode. Bei der Prozession 1965 kenterte die Königliche Barke bei einem Unwetter und die Statuen landeten im See. Taucher konnten vier Buddhafiguren bergen, die fünfte war trotz intensiver Suche nicht zu finden. Als man die Vier in den Schrein zurückbrachte stand dort wundersamer Weise bereits die Vermisste, mit Algen bedeckt. Seitdem gehen nur noch vier Buddha auf Reisen, der kleinste lässt sich Zuhause verehren.

Die Menschen vom See säumen die Ufer und sammeln sich an den Anlegestellen um die Barke zu empfangen. Zu den Klöstern in denen die Statuen für mehrere Nächte bleiben pilgern die Gläubigen in Scharen und in den Dörfern ist derweil Jahrmarkt. Aus dem Umland kommen Bauern und Händler, man kauft neue Buddhafiguren für den Hausaltar, neue Kleider, Hausrat und was man sonst so gebrauchen kann. So herrscht buntes, frommes und fröhliches Treiben bis das Schiff mit der wertvollen Fracht wieder ablegt.

Festival und Jahrmarkt enden mit dem Rennen der Langboote vor der Kulisse der Phaung Daw Oo Monastery. Die großen Schlepper-Teams aus den einzelnen Dörfern messen ihr Geschwindigkeit beim hundertfachen Ein-Bein-Paddeln.

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