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Swami Sivananda wurde am 08. September 1887 in Pattamadai in Südindien unter dem Namen Kuppuswamy geboren. Er wuchs in einer frommen Hindu-Familie auf und war trotz seiner sehr traditionell geprägten Umgebung und Herkunft sehr tolerant und frei von jeglichen Vorurteilen. Er genoss eine sehr gute Schulbildung auf einer Missionsschule und studierte anschließend Medizin. Nach dem vollendeten Medizinstudium ging er 1913 nach Malaysia, um dort auf einer Gummiplantage als Arzt zu arbeiten. Tausende von Indern arbeiteten auf dieser Gummiplantage in Malaysia und lebten in beklagenswerten Umständen mit sehr geringer medizinischer Versorgung. Er sah sich berufen diesen Menschen zu helfen und nahm die Gelegenheit wahr. Er war außerordentlich sozial und engagierte sich besonders für die armen und hilfebedürftigen Menschen, die er oftmals kostenlos behandelte. Er verzichtete auf den weltlichen Reichtum, auf Titel und Ansehen und gab seinen Beruf auf, um ein Leben in Askese zu führen.
1923 ging er zurück nach Indien und ging auf Wanderschaft. 1924 erreichte er schließlich Rishikesh, ein Ort im Himalaya, der wenigen Menschen bekannt war. Dort trat Sri Swami Visvananda Saraswati in sein Leben. Er sah in dem Mönch seinen Guru und wurde kurze Zeit später von ihm in den heiligen Sannyas-Orden eingeweiht. Fortan wurde der Arzt Kuppuswamy auch Swami Sivananda Saraswati genannt. Nach einer langen Zeit strenger Askese erstrahlte er als grosser Yogi, Weiser und wurde eine erleuchtete Seele. Er respektierte alle Menschen gleichermassen, ohne Unterschied nach Nationalität, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. 1932 gründete er in Rishikesh den nach ihm benannten Sivananda Ashram, wo er unzähligen Schülern Unterricht erteilte. Nach vielen Pilgerreisen kehrte er 1936 zurück nach Rishikesh und gründete an den Ufern des Ganges die noch heute arbeitenden Institute "Divine Life Society" und zwölf Jahre später die "Yoga Vedanta Forest Academy". Die Verbreitung spirituellen Wissens und der selbstlose Dienst an die Menschheit waren die Ziele, die mit den gegründeten Institutionen, verfolgt wurden.
In der Zwischenzeit unternahm er mehrere Reisen innerhalb Indiens und nach Sri Lanka, um seine Botschaft zu verbreiten. Er glaubte an eine Synthese aller Dinge im Yoga und in der Abschwächung menschlichen Leidens. Er veranstaltete mehrere Versammlungen und Pressekonferenzen und schrieb nahezu 200 Bücher. Neben Kommentaren zu Bhagavad Gita, den Upanishaden usw. schrieb er auch Bücher über die Praxis von Yoga und Vedanta und viele Bände über Gesundheit und Vitalität. Ihm ist es zu verdanken, dass Yoga als integrale Praxis im Westen bekannt wurde. Er verließ zwar nie Indien, jedoch wurden viele Menschen auf Grund seiner veröffentlichten Bücher nach Indien gelockt, um dort persönlich von ihm Yoga zu erlernen. Ein weiterer grosser Schritt gelang ihm, als er seinen Schüler Swami Vishnu-Devananda 1957 nach Amerika schickte, um dort mit der systematischen Verbreitung des Integralen Yoga zu beginnen. Dieser gründete mehrere Zentren im Westen und fasste den klassischen Yoga für den westlichen Menschen verständlich zusammen. 1963 erreichte er den Mahasamadhi, der den bewussten Austritt eines Yogi aus dem Körper bezeichnet.
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